Monat: Mai 2012

Den OBOS gehen zum Saisonende die Torhüter aus

Ich wusste ja schon immer dass wir eine super Mannschaft haben und es für einen Goalie bei uns nicht sehr einfach ist ins Spiel zu kommen. Ich kann mir auch vorstellen dass dieser Job in unserer Equipe der Undankbarste ist und ein Goalie sich manchmal sehr einsam und verlassen vorkommt. Grad in den letzten paar Spielen waren wir sehr oft mit anspielen im Mittelkreis beschäftigt. Dies hängt sicher damit zusammen dass während der letzten paar Saisons unser Defensivkonzept so ausgeklügelt wurde, dass es für jemanden, der nicht täglich damit konfrontiert wird, äusserst schwierig wird hier noch den Überblick zu behalten. Und es ist leider eine Tatsache geworden, dass wir gerade auch wieder diese Saison fast nie denselben Goalie in zwei aufeinanderfolgenden Spielen hatten. Darum verstehe ich es auch nicht ganz, dass wir am letzten Spiel schlussendlich auf einen Goalie unseres Gegners, den Veteranen aus Urdorf zurückgreifen mussten. Ok, deren Mannschaft wurde von einem Spieler angeführt, der sich Lolo Schmid nennt und (so wurde es mir wenigstens gesagt) sogar mal etwas konnte als er noch ligamässig spielte. Aber so wirklich überzeugt hat er mich nicht. Ich meine er hat ein paar Tore geschossen aber ok, machen wir ja auch ab und zu mal. Und je länger das Spiel dauerte desto mehr baute er eh ab und wenn wir auf 5 Drittel gespielt hätten dann wäre das am Schluss noch ein ganz einseitiger Sieg für uns geworden. Denn im 3. Drittel fing das Spiel an zu kippen wie das ausgeglichene Drittelsresultat zweifelsohne belegt. Aber wir waren ja bei den Goalies. Da Kurt leider zu diesem Punkt rekonvaleszent war habe kurzfristig seine Funktion übernommen und eine Mannschaft aufgestellt. Spieler für 2 Blöcke hatte ich schnell zusammen aber von Torhütern bekam ich rund ein Dutzend Absagen. Und es hatte ganz komische Ausreden dabei. Einer meinte z.B. dass er an dem Tag schon 2 Spiele habe. Na und? Er muss sich bei uns ja nur umziehen, ins Tor stehen und nach 2 Stunden ist die Sache schon wieder vorbei. Dafür kann er dann sagen, er sei mal bei uns im Tor gestanden was ihm in jeder Mannschaft fast schon einen Stammplatz garantiert. Ein anderer hat mich sogar extra via eine deutsche Nummer angerufen um mir zu sagen dass er beruflich im Ausland sei. Und dann gab es auch noch die banalen Absagen wir Arbeit, Termin beim Coiffeur etc. Aber naja. Spielen konnten wir trotzdem ein letztes Mal bevor es an unseren alljährlichen Saisonhöhepunkt geht. Das Turnier in Montreal. Da müssen wir ja noch den Stanley Cup abgeben. Offenbar wollen die den Topf dieses Jahr wieder jemand anderem abgeben. Und von dem melde ich mich das nächste Mal. Sayonara Boys und bis dann

Darki

Video: Fataler Griff zur Kalaschnikow und wie der Schuss nach hinten losging

Wir schreiben weder das Jahr 1942 als die sowjetischen Streitkräfte die militärische Gegenoffensive unter dem

Decknamen „Operation Uranus“ gegen die deutschen Truppen begannen, noch vom Einmarsch der Roten Armee

1979 in Afghanistan, doch aber von der Operation „Bassersdorfer Fasnacht 2012“

 

Bier und Schnaps – die Getränke der Völker, denen Nebel und Regen vertraut sind. ( H.Heine)

Samstag 18.Februar um ca. 18:20  trafen sich Grippen-Commander R.Koller, Rastafari Ja-Man Gaston und Swissair-Flugbeleiterin Astrid am Bahnhof Kloten, um die Reise in Richtung Kriegsgebiet „Bassersdorf“ in Angriff zu nehmen. Zu diesem Zeitpunkt herrschte auf dem Bahnhofperron ziemliche Leere. Doch die wenigen Reisenden waren beschäftig uns von Kopf bis Fuss mit Ihren Blicken abzuscannen, da gab es  zum einen einen G-Anzug, XXXL Joint und eine Swissair Umhängetasche zu durchleuchten….andere Blicke wiederum zogen uns komplett aus.

 

In vino veritas – im Wein liegt die Wahrheit….oder müsste es Vodka heissen ? (Alkäus)

Der Einmarsch in Bassersdorf verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle, so dass wir pünktlich am vereinbarten Ort, dem Bolschoi-Theater von Darki & Anna ankamen und mit einem herzlichen „sdráßtwuj“ empfangen wurden. Was ich dort vorfand übertraf so ziemlich alle meine Vorstellungen, die ich bislang von „Russland & Wodka“ hatte. Mich kaum vom G-Anzug entledigt, wurde ich auch schon vom Hauseigenen „Russkiy Toy“ (russischer Kampfhund, gezüchtet von der Roten Armee um abgestürzte Jetpiloten das letzte Würstchen abzunehmen) schanzwedelnd begrüsst. Nur dank eines terranischen Ablenkungsmanövers von Rastafari Ja-Man Gaston konnte ich dem Tod entkommen. Dachte erst an eine Handgranate. Doch es stellte sich heraus, dass es sich dabei um einen Ball aus Naturgummi speziell entwickelt für die Kampfhund-Ablenkungsmanöver.

Hätte ich das zu diesem zum Zeitpunkt des Angriffs (ok, es war eine Begrüssung) gewusst, hätte ich mir nicht vor Angst, aber vor lachen in die Hosen gemacht. Merci Gaston. Nochmals auf das Bolschoi (bedeutet „Gross“) Theater zurückzukommen, damit ist die pompöse, spektakulär mit russischem Flair eingerichtete Wohnung/Haus von Darki, Anna gemeint. Da gibt es keine freie Ecke, die nicht mit einem Gegenstand oder Mitbringsel liebevoll dekoriert ist und entsprechend an die ferne Heimat, Russland erinnert. Theater, weil man bei Darki’s sprichwörtlich in die “russische Seele” blickt und traditionelle Helden russischer Volksmärchen wie „Brüderlein trink“ aus nächster Nähe mitverfolgen kann.

 

Wodka macht aus allen Menschen Russen. (Rebroff, Ivan)

Die Russen Feiern gerne und lieben es Leute zum Essen einzuladen. So hatten dann auch unsere Gastgeber Darki & Anna keine Mühen gescheut, entsprechend tradtionelles  wie Kaviar, mit modernem wie Wodka zu vermischen und uns, den Wessi’s, mal gehörig einzuheizen….was auch tadellos gelang…

Bevor wir uns aber über all die Köstlichkeiten hermachten, mussten wir erst einmal einen Wodka zu uns nehmen. Diesen aus einem tiefgekühlten Shotglas. Nie zuvor hatte ich einen solch einfachen Einstieg da dieser runterging wie sprichwörtlich „Wasser“…Doch der Schein trügte und ich musste mich eines Besseren belehren lassen. Es kam mir nicht nur so vor, nein, es war auch so, mussten wir doch nach jedem „Happen“ ein Glas Wodka „Kalaschnikow“ Der Starke (Genosse Darki verfügt über ein ansehnliches Sortiment an edlen Wodka’s) zu uns nehmen, der wie die vorangegangenen nach nichts schmeckte. Kaum das Kaviarbrötchen genüsslich verschlungen, folgte sogleich ein weiterer Trinkspruch, ein weiterer Wodka. Der Trinkspruch, erfahre ich, ist ein wichtiger Bestandteil des Wodkatrinkens. Er dient der Legitimation: „Trinken ohne Trinkspruch ist Trinksucht !     Aha. Als ich zum ersten Mal aufstehe (nach ca. 2 std.), knickt das Zimmer für einen kurzen, aber sehr irritierenden Moment zur Seite. Ein holpriger Ausfallschritt meinerseits rückt die Dinge wieder gerade…Als Grippen-Commander ist man sich solche Manöver natürlich gewohnt. Gekonnt habe ich mich der Situation angepasst so dass niemand meine halsbrecherische Flugakrobatik bemerkte. Zur vollen Aufklärung, es gab neben Wodka auch Bier ! An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass Anna und Astrid keine Runde ausliessen und jeden noch so zungenbrecherischen Trinkspruch auf sich nahmen und ohne mit den Wimpern zu zucken den Wodka in sich hinein schütteten..

Wir sollten das Leben verlassen wie ein Bankett: weder durstig noch betrunken. (Aristoteles)

 

Es war nun an der Zeit (ca. 22.30) sich für all die Guten Dinge zu bedanken, Rastfari Ja-Man Gaston hatte ja bereits den Russkiy Toy mit seinem Naturgummi-Ball tief in sein Herz geschlossen. Es lag nun ganz alleine an mir Genosse Darki auf russische Mig. 29 ähnliche Flugeigenschaften, mit möglicher Wasserung einzuschulen oder besser gesagt, herauszufordern. Da ich ja an diesem Abend die Grippen-Staffel 69 anführte und es sich dabei nicht um eine Übung, sondern um eine mögliche Bedrohung aus dem Luftraum Bassersdorf handelte, hatte ich all mein Equipment wie z.B. Verbandszeug, Schuhputzmittel, Taschenlampe, Euros, Stadtplan und natürlich eine Schwimmweste mit im Rucksack. Letzeres sollte die Fähigkeiten von Darki unter Beweis stellen. Darki musste unter strenger Beobachtung Anwesender Profis wie Rastafari Ja-Man Gaston, Grippen-Commander R.Koller, Swissair Flugbegleiterin Astrid, Babuschka Anna und nicht zu vergessen Kampfhund“ Russkiy Toy“, die an Ihn gestellte Prüfungsaufgabe „ Der gebrauch der Schwimmweste“ bestmöglichst erfüllen….Um Vergleiche zwischen der schweizerischen und russischer Überlebensausbildung genauer analysieren zu können, musste ein sogenannter „Übungsfilm“ gedreht werden. Dies konnte nur dank Kooperation der verschiedenen anwesenden Repräsentanten folgender Länder wie, Russland, Schweiz, Jamaika und Wodka umgesetzt werden. An dieser Stelle ein herzliches „spasibo”(russisch=danke) an alle Beteiligten.

Kein Geist ist in Ordnung, dem der Sinn für Humor fehlt. (R.Koller)

Rocky Balboa gegen Ivan Drago, diejenigen die sich noch an diesen Kampf erinnern mögen, wissen nur zu gut, wieviel Kraft und Schweiss es benötigte, um den russischen Koloss zu bodigen…Und genau so kam es mir vor, als sich Genosse-Darki schweren Schrittens (Er konnte es nicht lassen und zog sich den knapp 20kg schweren russichen Waffenrock über) in Richtung Schauplatz (Wohnzimmer) bewegte um die Prüfungsaufgabe in Angriff zu nehmen. Auch hier muss ich hinzufügen das diese Prüfung unter Stress & Wodka-Einfluss nur die Allerwenisten und nur die Erfahrensten unter allen Kampfpiloten bestehen können. Wir konnten förmlich die Angst und Nervosität in seinen Augen wahrnehmen und entschieden uns, zum sofortigen Abbruch…Denn wir alle waren der Meinung, dass man(n) eine solch halsbrecherische Prüfung nicht ohne einen Trinkspruch und mit zusätzlichem „Fuel“im Tank antreten könne, was sich als richtig herausstellte. Kurze Zeit später hiess es;  „Genosse Darki please prepare for Launch!“ Eigentlich benützt man den Ausdruck „Launch“ in der Raumfahrt beim Abschuss einer Rakete und nicht für eine Prüfungsaufgabe, wieso also dieser Ausdruck. Genosse Oberst  oder vielleicht doch lieber Kosmonaut Darki, denn wie schon erwähnt, durfte der Waffenrock der wirklich ohne zu übertreiben ein Gewicht von 10x Kampfhund „Russkiy Toy“ wog und aussah wie ein Kosmonauten-Anzug und die UschankaUschanka (russische Militär Mütze) auf dem Kopf entsprach fast dem Helm von Kosmonaut Juri Gagarin und somit war der Begriff „Launch“ angebracht.  Es stand nun nichts mehr im Wege und Kosmonaut Darki begann nun, sich der Prüfungsaufgabe zu stellen… shylaju uspjecha na ygsamini (russisch =Viel Glück für die Prüfung!)

 

Weil die Klugen immer nachgeben, regieren die Dummen die Welt. (unbekannt)Uschanka

Es wird nun immer schwieriger meine Erinnerungen abzurufen, da der Wodka es geschafft hatte, Besitz von mir zu ergreifen. Ich war jetzt zu 100 % ausgeliefert und kam mir vor wie 007 in nordkoreanischer Gefangenschaft als man Ihn mit Drogen vollpumpte um an geheime Information zu gelangen. Wir haben uns dann (ca. 24:00 Uhr) in Richtung FAKOBA-Zelt verschoben, nochmals mit Freunden angestossen, danach fehlte jede Spur von mir……….

 

Der folgender Abschnitt ist eine unvollständige Rekonstruktion aus sehr vielen Puzzle-Teilen.

…..bin dann von Bassersdorf nach Kloten geflogen (habe dabei sicherlich den ganzen Runway in Anspruch genommen)…Bis heute habe ich keine Ahnung, welchen Weg, Fluss, Bahngeleise ich bevorzugte und wie lange die Reise dauerte….Habe mir aber dabei den Fuss verknackst. Stunden später bin ich dann im Wohnzimmer auf dem Sofa erwacht.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Anna, Darki und Russkiy Toy für die Gastfreundschaft und lustigen Abend bedanken ! !

Auch möchte ich mich bei Ja-Man Gaston und Flugbegleiterin Astrid für die tolle Einführung in die „10 Gebot des Wodka-trinken“ bedanken.

Teamkollege Ramon (Riemä), Oldboys